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LESBEN
HASSEN MÄNNER!
Homosexualität
meint die Liebe zum gleichen Geschlecht. Vom Haß ist dabei nicht die
Rede. Allerdings haben die meisten Lesben schon üble Anmache von Männern
erlebt, Annäherungsversuche, Belästigungen oder Bedrohungen. Das läßt
manche den Kontakt zu Männern möglichst meiden. Oft meinen die "Herren
der Schöpfung", Lesben hätten bloß noch keinen "richtigen Mann abgekriegt".
Irrtum, meine Herren! Lesben wollen mit Frauen leben. Viele hatten
vor dem Coming- out Beziehungen mit Männern.
Sie haben also Vergleichsmöglichkeiten.
HOMOSEXUALITÄT IST UNNATÜRLICH! 
16
Jahre lebten Edgar und Holger glücklich zusammen. Der Osnabrücker
Tierpark war besonders stolz auf seine beiden treuen schwulen Störche.
Jedes Jahr bauten sie wie ihre Artgenossen im Zoo gemeinsam ein
Nest. Am Ende klappte es sogar mit einer Pflegeelternschaft. Das
Personal schob den beiden Jungs ein verlassenes Pinguin-Ei unter.
Vierzehn Tage brüteten sie abwechselnd bis zum freudigen Ereignis.
"Die beiden sorgten für eine Brutpflege, wie sie besser nicht hätte
sein können", meinte der Tierpark-Direktor. 1996 kam die Katastrophe:
Holger wurde von einem Fuchs gerissen. Edgar trauerte ein ganzes
Jahr. Im nächsten Frühling lachte ihm aber wieder das Glück. Der
Zoo hatte den neuen Storch Norbert gekauft. Dem erfahrenen Edgar
gelang es schnell, mit ihm eine Beziehung aufzubauen. Bald bauten
sie wieder ein Nest...
Und beim Menschen? Für ihn gibt es keine "natürliche" oder "unnatürliche"
Sexualität. All seine Auffassungen zur Sexualität, all seine sexuellen
Verhaltensweisen und Normen sind kulturell geprägt, nicht von der
Natur.
SCHWULE SIND EINE GEFAHR FÜR KINDER!
Kinder
müssen vor sexuellen Übergriffen Erwachsener geschützt werden. Die
Opfer von Kindesmißbrauch sind ganz überwiegend Mädchen, die Täter
Männer. Niemand käme auf die Idee, deshalb alle Heterosexuellen
unter Generalverdacht zu stellen. Pädophilen Tätern geht es um die
Kindlichkeit des Opfers, das Geschlecht ist dabei mitunter zweitrangig.
Schwule sind an Kindern sexuell ebenso wenig interessiert wie heterosexuelle
Männer. Lange Zeit hat der Gesetzgeber dennoch das Vorurteil vom
Schwulen als Jugendverführer gepflegt. Bis 1994 gab es den §
175 im Strafgesetzbuch, der für homosexuelle Handlungen eine
wesentlich strengere "Schutzaltersgrenze" festlegte als für heterosexuelle
Begegnungen. Nach endlosen Anhörungen von Wissenschaftlern ist der
Deutsche Bundestag schließlich nahezu einmütig zu der Überzeugung
gelangt, daß von Homosexualität an sich keine Gefahr für die Jugend
ausgeht. Der § 175 wurde gestrichen. Seitdem macht das Strafrecht
beim Jugendschutz keinen Unterschied mehr zwischen Homo- und Heterosexualität.
DAS HOMOSEXUELLEN-MILIEU IST KRIMINELL!
Immer
wieder liest man in der Presse Schlagzeilen wie "Gewalttat im Homosexuellen-Milieu".
Das vermittelt den Eindruck, in diesem "Milieu" würden sich die
Homosexuellen gegenseitig an die Gurgel gehen. Die Wahrheit ist
dagegen: Die Täter sind keine Schwulen. Es sind meist junge Männer,
die mit ihrer Männlichkeit und Männerrolle Probleme haben. Sie schlagen,
würgen oder stechen aus Haß auf Homosexuelle. Die Gewalt
kommt von außen. Natürlich sind auch nicht alle Schwule und Lesben
Engel. US-Forscher haben aber ermittelt: In homosexuellen Beziehungen
kommt es viel seltener zu Gewalttaten als bei Eheleuten.
SCHWULE SIND KEINE RICHTIGEN MÄNNER!
Was
macht einen richtigen Mann aus? Breitbeinige Sitzhaltung? Neigung
zu Prügeleien? Erster Herzinfarkt mit 50? Wahrscheinlich ist es
doch das Fußballspiel. Noch 1990 verkündete Paul Steiner, Profi
beim 1. FC Köln: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß Schwule Fußball
spielen können." Heutzutage liefert sich der schwule Fußballverein
der Domstadt bei Turnieren selbst mit der Mannschaft des Kölner
Polizeipräsidiums packende Begegnungen. Die schwule Elf gilt als
gefährlicher Gegner auf dem grünen Rasen.
DIE SIND DOCH ALLE KRANK!
Sicher,
auch Schwule und Lesben sind gelegentlich liebeskrank. Homosexualität
ist aber keine Krankheit, auch wenn das viele Ärzte und Psychologen
seit dem 19. Jahrhundert fest geglaubt haben. Sie haben Schwule
und Lesben menschenverachtenden "Therapien" unterzogen, um deren
sexuelle Identität "umzupolen". Alles ohne Erfolg. Homosexualität
ist unheilbar
gesund. Genauso wie jede andere Ausdrucksform gegenseitiger Zuneigung.
Die Ärzte haben ihren Fehler eingesehen. 1993 hat die Weltgesundheitsorganisation
(WHO), eine Unterabteilung der Vereinten Nationen, Homosexualität
aus der "Internationalen Liste für Krankheiten" gestrichen.
HOMOSEXUALITÄT: SINN- UND ZWECKLOS WEIL KINDERLOS!
Ist
Fortpflanzung wirklich der alleinige Zweck von Sexualität? Laut Statistischem
Bundesamt leben bei Ehepaaren mit Kindern durchschnittlich 1,72 Sprößlinge
mit im Haushalt. Würde Sexualität allein zur Fortpflanzung ausgeübt,
dann müßte es in Deutschlands Schlafzimmern recht traurig zugehen.
Anstelle Luthers berühmter Zweimal - pro - Woche - Maxime ( "In der
Woche zwier..." ) hätten Ehepaare ihre Sexualität auf zweimal im Leben
beschränkt. Sexualität ist selbstverständlich viel mehr als Fortpflanzung.
Sexualität schafft Verbindung, stiftet Nähe und Vertrautheit. Und
nicht zu vergessen: Vielen Leuten macht Sex großen Spaß. Sexualität
ist gesund.
Übrigens: Viele Lesben und Schwule sind Eltern. Die Kinder
stammen aus früheren heterosexuellen Beziehungen. Viele der Kinder
wachsen bei ihrer lesbischen Mutter oder ihrem schwulen Vater auf.
Homosexualität ist kein
Hindernis für verantwortliche Elternschaft. |