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Schwule
und Lesben kaufen Brötchen, fahren Rad, gehen zur Arbeit,
in die Schule oder zum Hörsaal, vergessen schon mal Tante
Friedas Geburtstag, sie lesen Zeitung, haben gelegentlich
Rückenschmerzen, besuchen das Schwimmbad, stöhnen
über ihre Steuererklärung, nutzen den Sommerschlußverkauf
und fahren in den Urlaub. Daneben finden sie noch Zeit, sich
für das gleiche Geschlecht zu interessieren.
DER EINSTIEG: DAS COMING-OUT
In
das schwul-lesbische Leben tritt man durch das Coming-out.
Coming-out ist die Zeit des Erwachens, der Prozeß des Entdeckens
und der Auseinandersetzung mit der eigenen Homosexualität.
Meist setzt das Coming-out in der Jugend ein. Es gibt aber
auch Spätberufene, die erst im gesetzten Alter die Erkenntnis
für sich zulassen, homosexuell zu sein.
Das
Coming-out bedeutet einen biographischen Bruch: häufig einen
Konflikt mit den Erwartungen der Familie und Umwelt oder auch
einen Widerstreit mit sich selbst, mit übernommenen Werthaltungen,
in der Homosexualität etwas Schlechtes zu sehen. Auch heute
ist es anfänglich meist ein großer Schreck, wenn man erkennt,
"anders als die Anderen" zu sein.
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" ICH GLAUBE NICHT DASS ES ANSTECKEND
IST.ODER?"
Jane Fonda, Schauspielerin, über Heterosexualität
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| Immerhin:
Homosexualität ist in unserer Gesellschaft kein Tabuthema mehr.
Daher fällt vielen jungen Leuten das Coming- out heute relativ
leicht. Ein gelungenes Coming-out mündet in das Annehmen der
homosexuellen Orientierung. Danach kommt dann der zweite Schritt:
Man spricht darüber mit Freunden und der Familie. Man "outet"
sich, wie man neuerdings sagt. |
OFFEN
ODER VERSTECKT
Viele
Schwule und Lesben gehen den zweiten Schritt des "Outens" allerdings
nicht mit. Sozialwissenschaftler schätzen, höchstens die Hälfte
der Homosexuellen lebt "offen", hat Familie, Freundinnen, Kollegen
oder Nachbarn informiert. Die andere Hälfte verschweigt weiterhin
ihre Homosexualität - aus Scham oder aus Furcht vor Anfeindungen
und Ausgrenzung. Besonders außerhalb der Großstädte sieht sich die
Mehrheit der Schwulen und Lesben gezwungen, die Tarnkappe zu tragen
und damit ein schwieriges Doppelleben zu führen.
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WAS
IST
HOMO-
SEXUALITÄT
Homosexualität
ist lieben und geliebt werden.
Homosexualität ist Freude am Körper, Sinnlichkeit, Lust
und Zärtlichkeit Homosexualität ist Liebe und Sexualität, die zwischen
gleichgeschlecht-
lichen Partnerinnen oder Partnern gelebt wird.
Homosexualität kommt auch in den besten Familien vor.
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